Mietschulden vermeiden

 

Wenn am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist…

 

Oft kommt alles auf einmal: ein leeres Konto, ein ausgereizter Dispo, der Briefkasten voller Mahnungen. Natürlich geraten Mieter auch in Notlagen durch Arbeitsplatzverlust, Krankheit, Scheidung oder Ähnliches.

 

Bitte bedenken Sie: Wenn Sie mit mehr als einer Monatsmiete im Rückstand sind oder wenn Sie Ihre Miete dauerhaft unpünktlich zahlen, kann Ihnen Ihr Vermieter fristlos kündigen. Damit es nicht so weit kommt:

 

-Achten Sie auf eine pünktliche Mietzahlung bis zum 3. Werktag eines Monats. Um unangenehme Situationen zu vermeiden, ist es sehr wichtig, dass Sie Ihre Miete in voller Höhe und regelmäßig bezahlen.

 

-Suchen Sie das persönliche Gespräch mit Ihrem Vermieter. Erklären Sie ihm Ihre Situation und versuchen Sie eine Stundung oder eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Falls Sie zwei aufeinander folgende Monatsmieten nicht bzw. nicht vollständig gezahlt haben, kann ihr Vermieter die Wohnung fristlos kündigen.

 

-Wenden Sie sich an Ihr Sozialamt, wenn Sie befürchten müssen, dass Ihnen Ihr Vermieter die Wohnung kündigt oder bereits gekündigt hat. Scheuen Sie den Weg nicht, solch eine Notlage kann jeden erwischen und bevor Sie Ihre Heimat und die Ihrer Familie verlieren, lassen Sie sich von Mitarbeitern beim Sozialamt helfen. Falls Ihr Einkommen nicht ausreicht, um die Mietrückstände zu begleichen, können Sie beim Sozialamt einen Antrag auf Übernahme der Mietschulden stellen, denn bei drohender Obdachlosigkeit und erstmaliger Notlage muss das Sozialamt ein Darlehen oder eine Beihilfe gewähren. Bei einer Ablehnung durch das Sozialamt sollten Sie sich von einem Rechtsanwalt beraten lassen.

 

-Nutzen Sie öffentliche Beratungsstellen wie z. B. Schuldnerberatung. Die Beratung ist kostenlos und selbstverständlich sind die Mitarbeiter der Beratungsstellen zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet. Zwar gibt es von den Schuldnerberatungsstellen kein Geld, um die Schuldenlast zu tilgen, jedoch können die Berater helfen, wie man sich in der scheinbar aussichtslosen Situation am Besten verhält, um den Schuldenberg auf ein überschaubares Maß zu reduzieren.

 

-Riskieren Sie nicht, Ihr „Dach über dem Kopf“ zu verlieren. Bedenken Sie: Probleme mit der Mietzahlung kann man nicht „aussitzen“! Durch zusätzliche Kosten für Rechtsanwalt und Gericht vergrößert sich das Problem bis hin zum Wohnungsverlust. Und das nutzt weder Ihnen noch Ihrem Vermieter. Denn: Mietschulden sind kein Kavaliersdelikt!

 

-Ordnen Sie Ihre Finanzen. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben und führen Sie einen Haushaltsplan oder ein Haushaltsbuch. Oft lebt man über seine Verhältnisse und kommt erst dahinter, wenn es zu spät ist. Überlegen Sie, ob bestimmte Ausgaben unbedingt erforderlich sind oder wo sie sich einschränken können. Sie werden merken, auch wenn das Geld kaum reicht, mit geordneten Finanzen fühlen Sie sich besser.

 

Sie sind nicht allein! Das Diskussionsforum unter www.forum-schuldnerberatung.de bietet einen Austausch unter Fachleuten und Betroffenen zu dem Thema Schulden. Zusätzlich zu dem Forum finden Sie hier auch einen Chat, welcher dem direkten Austausch der User untereinander dienen soll.

 

-Wohnungsverlust:
Wenn Sie in einer heiklen finanziellen Situation stecken und möglicherweise Ihre Miete nicht mehr zahlen können, setzten Sie alle Hebel in Bewegung, um Ihren Wohnungsverlust zu vermeiden. Sprechen Sie mit Ihrem Vermieter oder Wenden Sie sich an unabhängige Beratungsstellen!

 

-Räumungsklage:
Wurde Ihnen die Wohnung fristlos gekündigt weil Sie über einen längeren Zeitraum Ihre Miete nicht bezahlt haben, so kann der Vermieter eine Räumungsklage bei Gericht einreichen. In letzter Konsequenz meldet sich dann bei Ihnen der Gerichtsvollzieher und zwingt Sie zur Räumung Ihrer Wohnung. Wenden Sie sich nun schnellstmöglich an Ihr Sozialamt.

 

-Obdachlosigkeit:
Sollte es so weit kommen – es ist keine Schande in Not zu sein. Vor allem in großen Städten gibt es ein Netz an Not- und Übergangsunterkünften sowie Tagesaufenthaltsstätten zur materiellen Grundversorgung und ärztlich-pflegerischen Ambulanzen zur medizinischen Versorgung. Beratungsstellen unterstützen Betroffene bei der Suche von Wohnungen und Arbeit und bieten eine Beratung zur Schuldenregulierung – aber lassen Sie es möglichst erst gar nicht so weit kommen!

 

Mietschulden sind keine ausweglose Situation!

 


Ein Erfahrungsbericht:


„Ich wurde vor einem halben Jahr, wie so viele in letzter Zeit, unverschuldet arbeitslos. Da ich vorher gut verdient hatte, waren meine Belastungen entsprechend hoch. Ruck zuck stapelten sich unbezahlte Rechnungen und auch die Mietschulden waren schnell da. Ich lief Gefahr, mit meiner 11-jährigen Tochter auf die Straße gesetzt zu werden. Früher hatte ich nie Schulden und so musste ich lange mit mir ringen, um Hilfe aufzusuchen. Als ich mich aber dann an meine Vermieter wandte, um das Schlimmste zu verhindern, stellte ich fest, dass dieser sehr entgegenkommend war. Eine Schuldnerberatung half mir außerdem, meine Situation wieder in den Griff zu bekommen.

 

Und heute weiß ich: Solange man nicht resigniert, sondern Einsatz und Gesprächsbereitschaft zeigt, wird einem immer Jemand helfen“.

 

Hilfe bei Mietschulden:
Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand – auch bei Mietschulden kann Ihnen geholfen werden.

 

Ihr Vermieter:
Sprechen Sie als Erstes mit uns als Ihr Vermieter über Ihre Situation und wir werden gemeinschaftlich eine Lösung finden!

 

Ihr Sozialamt:
Ergänzend dazu wird empfohlen, sich an Ihr zuständiges Sozialamt zu wende. Die Adresse und die Telefonnummer finden Sie in Ihrem örtlichen Telefonbuch.

 

Schuldnerberatungsstellen:
Bei der Schuldenregulierung helfen Schuldnerberatungen, die es von den Kommunen, freien Wohlfahrtsverbänden, Verbraucher- organisationen oder gemeinnützigen Vereinen gibt.. Im Internet unter www.schulden-online.de finden Sie eine Linksammlung sämtlicher Schuldnerberatungsstellen in Deutschland.